Tagespflege

 

 

Man kann ohne Liebe Holz spalten und Ziegel formen. Aber ohne Liebe sollte man nicht mit Kindern umgehen.
Leo Tolstoi

 Durch meine ehrenamtliche Arbeit als Stillberaterin und Trageberaterin und Einfach Eltern Leiterin, sowie der wundervollen Arbeit in unserer Mutter- Kind- Gruppe habe ich entdeckt, wie viel Freude mir die Arbeit mit Kindern und Eltern bereitet, es macht mich glücklich die Kinder als qualifizierte Tagesmutter in einer wichtigen Phase der Kindheit geborgen zu begleiten und ihnen eine alternative Sicht zu ermöglichen.
In unserem Bauernhaus haben wir ein Spielzimmer errichtet, welches die Sinnesentwicklung, Phantasie und den Bewegungsdrang der Kinder fördern und erfüllen soll, bei dem Zimmer achten wir auf ein kindgerechtes Umfeld. Die Kinder sollen sich wohlfühlen, gerne kommen, behütet sein und sich auf ihr Spiel konzentrieren können, eine ruhige Einrichtung des Spielzimmers mit viel Raum zur Entfaltung von kreativen Ideen mit wandlungsfähigen Spielzeugen aus echten Materialien. Einen Ruheraum mit einer Kuschel- und Leseecke wird es ebenfalls geben, dort sind alle Möglichkeiten gegeben um sich in Geborgenheit ein wenig zurückzuziehen und so zu entspannen. Auch die anderen Räumlichkeiten, welche auf etwa 150 qm ( bald 300 qm) verteilt sind, stehen den Kindern zur Verfügung, in der großen Küche errichten wir zusammen biologische Mahlzeiten  oder basteln, malen und handarbeiten gemeinsam. Die übrige Zeit verbringen wir in der Natur und unserem Garten an dem bunten Klettergerüst mit Schaukel und Rutsche.  Wir haben hier Zeit mit Ziegen, Schafen, Minischweinen, Kaninchen, Enten, Hunden und Hühnern. Von Frühling bis Herbst haben die Kinder die Möglichkeit mir bei der Pflege des Obst- und Gemüsegartens zu helfen. Nicht weit entfernt ist auch ein Spielplatz und viele Spazierwege über Wiesen und Wälder und Bächen vorbei. Die Natur bietet so viele wundersame Entdeckungen für Kinder. Da die Aufnahme in der Krippe sehr begrenzt ist, übernehme ich gerne die Randzeitenbetreuung und die Betreuug der Allerkleinsten, auf schützende, liebevolle und vor allem bedürfnisorientierte Art, auch andere pädagogische Ansätze, wie der Waldorfpädagogik nach Rudolf Steiner und der Montessoripädagogik nach Maria Montessori, lasse ich in unseren Alltag einfließen. Außerdem biete ich den Eltern einen Abhol- und Bringdienst der Kinder in einem Umkreis von 10 km und kann somit auch noch Teile des umliegenden Landkreises Lüchow- Dannenberg in meiner Tagespflege aufnehmen.

„Man muss sich stets vor Augen halten, dass der Mensch sich nicht an der Universität entwickelt, sondern dass seine geistige Entwicklung bei der Geburt beginnt und in den ersten drei Lebensjahren am stärksten ist.Diesen ersten Jahren gebührt mehr als allen anderen die wachsamste Sorge.“
Maria Montessori

Da meine Kinder von mir betreut werden, sollte das Alter der Tageskinder 5 Jahre nicht überschreiten, ich betreue gerne von 7 bis 14 Uhr, nach Absprache und Ausnahmen auch über diese Zeiten hinaus. Die Ferien über bleibt die Tagespflege bei Bedarf ebenfalls geöffnet. Neben den Feiertagen bleibt die Tagespflege 28 Tage im Jahr geschlossen. Um den Kindern die bestmögliche Aufmerksamkeit zu geben, möchte ich nicht mehr als 5 Kinder gleichzeitig betreuen, bei mehreren Säuglingen nicht mehr als 2 Tageskinder gleichzeitig.

“ Das Kind in Ehrfurcht aufnehmen, in Liebe erziehen, in Freiheit entlassen.“
Rudolf Steiner

Als Tagesmutter habe ich den gesetzlichen Bildungsauftrag die Kinder zu eigenverantwortlichen, gesellschaftsfähigen Persönlichkeiten zu erziehen und ihnen den Austausch mit Gleichaltrigen, sowie soziale Chancengleichheit und für ihre Eltern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen.
In der überschaubaren Kleingruppe von maximal fünf Kindern kann ich dabei auf jedes Kind individuell eingehen. Hierbei ist mir die Integration von Kindern mit erhöhtem Förderbedarf ein persönliches Anliegen ( wenn möglich zwei von 5 Kinder).

“ Der Weg auf dem die Schwachen sich stärken, ist der Gleiche wie der, auf dem die Starken sich vervollkommen. „
Maria Montessori

Dieses Zitat von Maria Montessori sagt aus, dass jedes Kind – egal ob mit einer Behinderung oder nicht – seine Persönlichkeit und seine individuellen Fähigkeiten durch die gleiche Form der Pädagogik aufbauen kann – je nach seinen Kräften und Möglichkeiten. In diesem Sinne, wird jedes Kind von mir einzeln wahrgenommen und nach seinen persönlichen Möglichkeiten liebevoll begleitet, gefördert und unterstützt. Dies betrifft sowohl die geistige, psychische und physische Entwicklung als auch eine klare Erziehung zu sozialem Verhalten, echter Mitmenschlichkeit und Sorge für die eigene Person und die Umwelt. Ich achte die Selbstbildungspotenziale der Kinder und fördere auf achtsame Weise die entsprechenden Bildungsprozesse. Ich greife die Themen und verbalen wie nonverbalen Fragen der Kinder auf und begleite sie in ihrem forschenden Lernen. Dabei habe ich Respekt vor der selbstständigen Aktivität des Kinder, unterstütze und motiviere sie in ihrem Bestreben, selbstständig tätig zu sein. Hierdurch wird das Selbstvertrauen der Kinder gestärkt. Mich selbst sehe ich nur als Lernbegleiterin und Forschungsassistentin.

“ Lehre es mich und ich vergesse es. Zeige es mir und ich erinnere mich. Lass es mich tun und ich begreife es. “
Konfuzius

Ich habe das Grundvertrauen, dass das Kleinkind ein Initiator und Forscher ist, begierig darauf zu lernen und sorge daher für eine Umgebung, die für Kinder physisch sicher, kognitiv anregend und emotional nährend ist. Ich schaffe ein ruhige und positive Atmosphäre, die den Kindern Vertrauen, Geborgenheit und Sicherheit vermittelt. Jedes Kind hat die Möglichkeit seiner Neugier zu folgen und im Spiel seine ihm eigene Form zu finden. Ich lege daher großen Wert auf die ungestörte Persönlichkeitsentfaltung jedes Kindes und gebe ihnen viel Zeit für ungestörtes Spielen. Ich bringe ihnen nicht bei, wie man sich bewegt oder wie man spielt, sondern beobachte sie sehr aufmerksam um ihre Mitteilungen und Bedürfnisse zu verstehen und ihnen dann entsprechende Angebote unterbreiten zu können, ich versuche ihnen lediglich ein soziales Vorbild zu sein. Klar definierte Grenzen und Regeln bieten den Kindern emotionale Sicherheit und sind notwendig um den Kindern die Integration in die Gesellschaft zu erleichtern. Maria Montessori lehrte die Achtung untereinander, besonders die Achtung, die dem Kind und seiner Entwicklung gebührt. Dazu gehört aber auch der vorsichtige Gebrauch der wertvollen, zum Teil sehr teuren Materialien, die für alle bereitgestellt sind – hieraus wird für das Kind eine indirekte Übertragung der Achtung auf die Umgebung und die Natur möglich.

“ Wo ist denn das Buch in dem der Pädagoge lesen kann, was Pädagogik ist? Das sind die Kinder selber. „
Rudolf Steiner

Nach der Waldorfpädagogik von Rudolf Steiner gliedert sich der Mensch in einander verschiedene ‚Wesensglieder‘, die in verschiedenen Lebensabschnitten unterschiedlich zum Tragen kommen. Die Entwicklung des Menschen erfolge in Rhythmen von ca. sieben Jahren.
In den ersten sieben Jahren entwickelt der Mensch seinen physischen Leib und die Sinne. Die inneren Organe werden ausgebildet. Das Kind nimmt in diesem Alter die Welt vor allem durch Nachahmung in sich auf und sind daher auf vorbildhaftes Verhalten angewiesen. Dementsprechend ist die Kindergartenpädagogik stark rhythmisiert. Die Erzieherinnen beginnen regelmäßig immer mit gleichen Beschäftigungen (z.B. findet immer montags Aquarellmalen statt, dienstags wird Brot gebacken usw.) und Märchen werden so lange erzählt und vorgespielt, bis viele Kinder sie auswendig können. Das erste Jahrsiebt wird durch das Eintreten des Zahnwechsels abgeschlossen. Kinderkrankheiten sind notwendige Stationen auf diesem Weg des Kindes in seinen Körper und symbolisieren Fortschritte auf diesem Weg. Steiner unterscheidet vier Temperamente welche in der Erziehung berücksichtigt werden müssen und auf die individuell eingegangen werden muss. Den Melancholiker, den Phlegmatiker, den Choleriker und den Sanguiniker. Das jeweilige Temperament drückt sich auch in der Körperhaltung, im Gang, in der Gestalt, in Gesten, im Grad der Erregbarkeit und der Stärke aus.
Meine Betreuung der Kinder baut auf der Waldorfpädagogik und der Montessoripädagogik auf, enthält aber auch Aspekte nach Emmi Pikler.
Unser Tagesablauf ist mit Liedern, Ritualen und Reimen entsprechend jeder Jahreszeit ausgelegt. Nach unterschiedlichen zeitlichen Ankommen der Kinder und einer kleinen Freispielzeit, begeben wir uns in einen Morgenkreis und begrüßen uns gemeinsam. Dann beginnen wir den Tag mit Liedern und kleinen Reimen. Es folgt nun unser gemeinsames Frühstück, das ich mit den Kindern in der Freispielzeit gemeinsam zubereitet habe. Das Essen bereite ich aus vollbiologischen Zutaten zu, auf Wunsch auch vegan. Natürlich jedem Alter der Kinder entsprechend ausgelegt.Nach dem Frühstück ziehen wir uns gemeinsam an und gehen in den Wald oder spazieren um die Natur zu entdecken, zu erforschen und zu be-greifen. Je nach Wetter und Temperatur, gehen wir noch gemeinsam in den Garten spielen, die Tiere versorgen oder den Gemüsegarten pflegen. Der alltägliche Spaziergang im Wald, soweit das Wetter und die Gesundheit der Kinder es zulässt, wird gemeinsam mit Schauen und Lauschen ein wichtiger Bestandteil unseres Tages sein. Eine Ruhezeit wird nach dem gemeinsamen Mittagessen und dem Zähneputzen vorgenommen, individuell gibt es je nach Kind und Tagesform mehrere Ruhezeiten, ich begleite die Kinder durch Singen oder Lesen in den Schlaf. Das Basteln mit Naturmaterialien und das Spielen mit waldorfpädagogischem und anderem sinnesförderndem Spielzeug gehört ebenso zum täglichen Ablauf, wie das Feiern der jahreszeitlichen Feste Erntedank, Michaeli oder Advent.
Bei den Pflegeaktivitäten – Wickeln, Füttern, Anziehen usw. – ermuntere ich selbst den winzigsten Säugling, bei den Aktivitäten aktiv mitzumachen, statt sie nur passiv hinzunehmen. Dadurch erfährt sich das Kind als selbstwirksam und kompetent, was die Voraussetzung für eine gesunde Persönlichkeitsentwicklung ist. Bei Konflikten greife ich nicht sofort ein, denn die Kinder sollen die Möglichkeit haben, eine eigene Strategie im Umgang mit Konflikten zu entwickeln. Ich setze klare Grenzen, wenn die Sicherheit bzw. das körperliche oder seelische Wohl eines oder mehrerer Kinder, sowie die Unversehrtheit von Gegenständen in Gefahr ist.
Jedes Kind hat sein eigenes Tempo bei der Eingewöhnung. Einzuplanen ist ein Zeitraum von einer bis zu vier Wochen, sie kann allerdings auch mal bis zu 6 Wochen in Anspruch nehmen. Die Eingewöhnung ist beendet sobald sich das Kind bei mir wohlfühlt. So kann das Kind in der neuen Situation Vertrauen fassen und eine stabile Beziehung zu mir als Tagesmutter aufbauen. In der Regel ist die Eingewöhnung nach vier Wochen gelungen, was nicht heißt, das der morgendliche Trennungs-schmerz dann wie weggezaubert ist. „Trennungsschmerz“ darf sein und soll die Eltern nicht unter Druck setzen oder verunsichern. Ein kleines Album mit Fotos von Personen und Dingen, die dem Kind zu Hause wichtig sind, kann hier hilfreich sein. Die Zusammenarbeit mit den Eltern verstehe ich als Erziehungs- partnerschaft. Ein Tageskind muss sich in zwei unterschiedlichen Familien zurechtfinden, dabei benötigt es die Unterstützung von uns Erwachsenen. Die Eltern sind dabei die Fachleute für Ihr eigenes Kind. Im engen Austausch mit ihnen biete ich eine positive Ergänzung für die Entwicklung, Förderung und Erziehung ihres Kindes an. Um hier eine gute Zusammenarbeit zu gewährleisten ist mir grundsätzliche Offenheit sowie das Einhalten verbindlicher Absprachen wichtig, meine Schweigepflicht nehme ich dabei sehr ernst. Ein kurzer Austausch beim Bringen und Abholen, über das was das Kind heute erlebt hat, gehören zum Alltag. Für intensivere Gespräche über Verhalten / Entwicklung / Konflikte biete ich nach Absprache reine Elterngespräche an. Natürlich ist jederzeit ein Telefonat und ein Austausch per E-Mail möglich.
Wie auch dieses Konzept von Zeit zu Zeit weiterentwickelt wird, möchte ich mich auch fortbilden und werde daher an verschiedenen Kursen zu unterschiedlichen Themenbereichen teilnehmen. Meine Schwerpunkte liegen auf die Pädagogik, medizinsche Aspekte und dem ständigen Austausch über Erfahrungswerte anderer qualifizierten Tagespflegepersonen über soziale Netzwerke, Stammtische und Treffen.

„Was Kinder betrifft, betrifft die Menschheit.“
Maria Montessori